Hirsch-Apotheke investiert in Solaranlage

Elektrisch unterwegs mit Strom vom eigenen Dach


Als Apotheker Dr. Andreas Lang seinen Mitarbeiter/-innen erklärte, dass die Botendienste der Hirsch-Apotheke zukünftig mit einem Batteriefahrzeug erfolgen sollen, musste Lang kaum Überzeugungsarbeit leisten. Die vereinzelten Vorbehalte einiger Mitarbeiter gegenüber Elektrofahrzeugen konnten schnell ausgeräumt werden. Seit der Umstellung vor mittlerweile zwei Jahren ist der kostenlose Liefer- und Abholservice der Hirsch-Apotheke nur noch elektrisch unterwegs. Im auffällig bedruckten elektrischen Smart Forfour werden die Medikamente umweltfreundlich bis an die Haustüren in Westerkappeln und Umgebung geliefert.


Mit der Umstellung auf ein Elektrofahrzeug sind ein paar neue Handgriffe verbunden, die anfangs noch gewöhnungsbedürftig sind. „Man darf natürlich nicht vergessen das Auto über Nacht aufzuladen“, berichtet Lang schmunzelnd. Dass die Aufladung in der Anfangszeit auch mal vergessen wurde, kam vor, aber die neuen Handgriffe wurden schnell zur Routine.


Die Idee, ein E-Fahrzeug für den Lieferservice anzuschaffen, hatte Lang schon länger mit sich herumgetragen. Als sich bei einer genaueren Analyse des Fahrprofils zeigte, dass die Reichweite eines E-Autos für die täglichen Botendienste am Vor- und Nachmittag mit einer Ladepause über die Mittagszeit vollkommen ausreichend ist, stand der Anschaffung eines Batteriefahrzeugs nichts mehr im Weg. Lang entschied sich dafür einen elektrischen Smart Forfour für drei Jahre zu leasen.


Wer sich für die Anschaffung eines Batteriefahrzeugs interessiert, sollte beachten, dass die vom Autohersteller versprochenen maximalen Reichweiten im alltäglichen Fahrbetrieb fast nie erreicht werden. Diese Erfahrung hat auch die Hirsch-Apotheke gemacht. Smart verspricht für den Viersitzer eine Reichweite von fast 160 km, aber erreicht wurde dieser Maximalwert im alltäglichen Fahrbetrieb der Apotheke nie. „An Sommertagen ohne Klimaanlage liegt die Reichweite vom Smart bei ca. 130 km. An kalten Wintertagen mit Heizung im Dauerbetrieb fällt die maximale Reichweite der Batterie auf ca. 90km“, berichtet Lang von seinen Erfahrungen.


Anfangs wurde das E-Fahrzeug über eine reguläre Haushaltssteckdose in der Doppelgarage geladen. Vor einem halben Jahr erfolgte dann schließlich die Installation einer Wallbox in der Garage. Mit der Wallbox, die eine Ladeleistung von bis zu 11kW hat, kann die Batterie bis zu fünfmal schneller geladen werden als an einer Haushaltssteckdose.


Um die E-Mobilität stärker zu fördern, hat der Koalitionsausschuss am 3. Juni 2020 eine Erhöhung der Kaufprämie für Elektrofahrzeuge beschlossen. Der ursprüngliche Bundesanteil am sogenannten Umweltbonus wurde auf 6.000 Euro verdoppelt, sodass sich mit dem Herstelleranteil von 3.000 Euro ein Kaufprämie von insgesamt 9.000 Euro für Batteriefahrzeuge bis zu einem Nettolistenpreis von 40.000 Euro ergibt. Andreas Lang möchte weiterhin elektrisch unterwegs sein und hält bereits Ausschau nach einem neuen Batteriefahrzeug mit höherer Reichweite, da der Leasing-Vertrag bald ausläuft. Daher kommt der gestiegene Umweltbonus für ihn zum richtigen Zeitpunkt.


Aber dass sein unternehmerisches Engagement in Sachen Klimaschutz mit der Umstellung auf E-Mobilität noch nicht erschöpft sein kann, war dem Apotheker schon lange bewusst. Jedes Mal wenn er in der Ferne die Rauchwolke über der Silhouette des Ibbenbürener Kohlekraftwerks wahrnahm, führte ihm dieser Anblick vor Augen, dass die Elektromobilität kein Gewinn für den Klimaschutz ist, solange der Strom aus fossilen Energieträgern generiert wird. 


Bereits von Weitem kann man erkennen, dass Lang tätig geworden ist. Fast die gesamte Dachfläche der Apotheke ist in nordöstlicher sowie südlicher und südwestlicher Ausrichtung mit Photovoltaik Modulen belegt. Seit Mai 2020 produziert die PV-Anlage Strom, der vorrangig für den Eigenbedarf genutzt wird. Für die erste Recherche nutzte Lang das Solarpotenzialkataster des Kreis Steinfurt (www.solare-stadt.de/kreis-steinfurt/Solarpotenzialkataster). Installiert wurde die Anlage schließlich von der Firma Schrameyer aus Ibbenbüren, die vorab auch eine Bedarfs- und Wirtschaftlichkeitsanalyse durchgeführt hat. Der Apotheker hat sich für eine sehr große Photovoltaikanlage von 26 kWp entschieden, um im Tagesverlauf möglichst viel Strom aus der Sonnenstrahlung für den Eigenverbrauch zu produzieren. Bei sechs Kühlschränken im Dauerbetrieb, mehr als 15 Computern, der automatischen Türanlage sowie der Beleuchtung und dem Elektrofahrzeug, kommt die Apotheke auf einen jährlichen Stromverbrauch von ca. 33.000 kWh. An sonnigen Tagen kann die Apotheke nun bis zu 80% des Strombedarfs mit eigenem Solarstrom decken.


„Die Investition in eine möglichst große Photovoltaikanlage war keine rein wirtschaftliche Entscheidung. Bei der Größe der Anlage haben wir uns nicht von absoluter Gewinnorientierung leiten lassen“, führt Lang aus und ergänzt, dass die PV-Anlage inklusive der Installation rund 36.000 Euro gekostet hat. Natürlich gehe er damit auch ein unternehmerisches Risiko ein. „Wir haben die Investition aufgrund unserer persönlichen Überzeugung getroffen. Natürlich habe ich mich auch schon häufiger gefragt, warum man sich als Individuum für die Energiewende einsetzen muss. Sollte das nicht viel eher eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein statt viel zu oft dem Engagement des Einzelnen überlassen zu werden? Als Alternative bliebe allerdings nur abzuwarten und darauf zu hoffen, dass die Regierung entsprechende Vorgaben macht und mehr Anreize schafft. Das kann doch auch nicht die Lösung sein“, erläutert Lang seinen Standpunkt.


Allen Unternehmern und Privatleuten, die sich in Überlegung befinden in E-Mobilität oder Photovoltaik zu investieren, rät Lang, den Zeitfaktor nicht zu unterschätzen. Viele Solarteure sind über Monate hinweg ausgebucht und bei einigen Batteriefahrzeugen ist mit langen Lieferzeiten von bis zu 13 Monaten zu rechnen.


Beratung und Unterstützung in Sachen Photovoltaik für private Haus- oder Wohnungseigentümer und private Vermieter bietet die Verbraucherzentrale NRW an. Für 30 Euro kann bei der Verbraucherzentrale ein Eignungs-Check für Solaranlagen gebucht werden. Termine mit einem Energieberater können unter +49 800–809 802 400 vereinbart werden. Darüber hinaus hat der Verein energieland2050 mit der "Servicestelle Sonne" ein neues Beratungs- und Unterstützungsangebot für Private, Unternehmen und Kommunen geschaffen. Weitere Informationen zur Servicestelle Sonne erhalten Sie telefonisch unter +49 2551 69-2122 oder per E-Mail (jens.leopold@kreis-steinfurt.de).

 

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