Die Sloopsteine bei Westerkappeln



Sloopsteine in Westerkappeln
An der Ostgrenze Westerkappelns liegen auf dem Gebiet der Gemeinde Lotte-Wersen die großen Sloopsteine. In der Literatur werden sie allgemein die "Sloopsteine bei Westerkappeln" genannt.

Es handelt sich dabei um das am besten erhaltene Megalith- oder Großsteingrab Westfalens. Im Bereich Westerkappeln-Wersen gab es ursprünglich vier solcher Großsteingräber.
Neben den großen Sloopsteinen sind davon nur die "kleinen Sloopsteine " im Ortsteil Halen erhalten geblieben.

Die Sloopsteine Der Mittelpunkt der Grabanlage besteht aus 22 Trägersteinen, die sich paarweise gegenüber stehen, und fünf Decksteinen.
Der größte Deckstein ist 2,5 m lang und 1,9 m breit. Durch diese Anordnung ist ein Ost-West ausgerichtetes Ganggrab mit einer rechteckigen Grabkammer mit den Maßen 18,5 x 1,8 Meter entstanden.

Funde aus anderen Großsteingräbern deuten darauf hin, dass die eigentliche Grabkammer aus Trockenmauerwerk mit Bodenpflasterung bestand. Die Meinungen darüber, ob es sich
um ein Einzelgrab, Sippengrab oder gar um einen Friedhof aus der Jungsteinzeit handelt, gehen auseinander. Grabungen, die 1807 und 1856 durchgeführt worden sind, haben keinen Aufschluss ergeben. Die Funde waren zu gering. Grabräuber hatten in den vergangenen Jahrtausenden ganze Arbeit geleistet.

Die Grabkammer wurde mit einem Erdhügel bedeckt und mit einem ovalen Steinring umgeben. Das Sloopsteingrab ist 23,5 m lang und 7,5 m breit und besteht aus 54 Steinen. Die Zahl der Steine ist aber nicht mehr vollständig.

Sloopsteine in Westerkappeln
Da man sich nur sehr schwer vorstellen konnte, dass normale Menschen die Blöcke transportiert und aufgeschichtet haben, glaubte man, das sei die Arbeit von Hünen (Riesen) gewesen. So wurden die ursprünglichen Hügelgräber im Volksmund zu Hünengräbern. Unsere urgeschichtlichen Vorfahren wussten nichts über die Herkunft der Steine. Man nannte sie " verirrte " Blöcke oder Findlinge.

Im 18. Jh. glaubte man sogar, sie seien Auswürfe vulkanischen Ursprungs. Erst im 19. Jh. setzte sich die Erkenntnis durch, dass es sich um Relikte der Eiszeit handelt und kandinavischen Ursprungs sind.

Vor Jahrtausenden drang, von Norden kommend, Eis in die westfälische Bucht und damit auch in den Kreis Tecklenburg. Bei der Bewegung des Eises wurden Gesteinsmassen unterschiedlicher Größe (Sand, Geröll, tonnenschwere Blöcke) aufgenommen.
Als das Eis zu schmelzen begann, sank das eingeschlossene Steinmaterial nach unten und blieb liegen. Für Großsteingräber gilt allgemein, dass sie in der Jungsteinzeit (3500-1700 v. Chr.) entstanden sind. Ihre Erbauer gehörten der Trichterbecherkultur an. Das war eine Bevölkerung, die nach ihrer charakteristischen Tongefäßform, dem Trichterbecher, benannt ist.

Als 1807 bei dem heute nicht mehr vorhandenen Seester Großsteingrab eine Grabung durchgeführt wurde, fand man einen solchen Trichterbecher aus Keramik. Er wurde unter der Bezeichnung
" Seester Fußvase " bekannt. Eine Nachbildung wird in der Gastwirtschaft Schoppmeyer in Seeste aufbewahrt.

Die Erbauer der Großsteingräber waren bereits sesshaft und hielten Hunde, Schafe und Ziegen als Haustiere, später kamen Schweine und Rinder dazu. Sie bauten Weizen, Gerste und Roggen an. Großsteingräber haben schon immer die Phantasie der Menschen angeregt.

Dabei geht es vorwiegend um die Frae, wer hat die Granitblöcke aufgeschichtet und wer liegt darunter begraben. Da die darüber erzielten Erkenntnisse nicht Allgemeingut sind, ranken sich Sagen und Legenden um die geheimnisvollen Steine. Meist ist es ein
bekannter Held aus der Geschichte, der nach dem Volksglauben dort bestattet ist. So ist es nicht verwunderlich, dass einige vermuten, der legendäre Sachsenherzog Widukind habe unter den Sloopsteinen seine letzte Ruhestätte gefunden.

Rätselhaft ist bis heute die napfartige Vertiefung in einem Stein, der am weitesten nach Westen ausgerichtet ist. Die einen sehen in der Vertiefung eine Opferschale und schließen Blutopfer nicht aus. Andere wiederum sehen einen astronomischen Zusammenhang, dass nämlich an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Stunde die aufgehende Sonne auf die Vertiefung scheint.

In der Gemeinde Bippen, Landkreis Osnabrück (und in anderen Orten Nordeutschlands), findet man mehrere Großsteingräber mit solchen Vertiefungen. Dort vertritt man die Theorie der Opferschale Großsteingräber gibt es nicht nur in Nordeuropa, sondern auch in Südfrankreich und Portugal. In Belgien nennt man sie "Schlupfsteine ", weil man durch die ehemalige Grabkammer " hindurchschlupfen " kann. Wenn man sich dabei etwas wünscht, soll der Wunsch in Erfüllung gehen.

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