Das Haus Velpe in Westerkappeln



Fünf Kilometer südlich des Ortsmittelpunkts der Gemeinde Westerkappeln befindet sich das in der Bauerschaft Hambüren gelegene ehemalige Rittergut Haus Velpe.

Das Haus Velpe in Westerkappeln
Der Name Velpe taucht erstmalig um 1200 in einem Einkünfteregister des Domprobstes von Osnabrück auf. Auch in den Jahren 1298 und 1299 werden Angehörige der Familie von Velpe urkundlich erwähnt. Es ist daher wahrscheinlich, dass der Herrensitz im 13. Jh. durch Zusammenlegung von mehreren kleineren Bauernhöfen entstanden ist.

Nachweislich waren die von Velpe Burgmänner (Ministeriale) des Grafen von Tecklenburg. Die Burgmänner, ursprünglich unfreie Ritter, hatten in der Hauptsache militärische Dienste zu leisten.
Später wurden einige von ihnen in den Hofdienst (Verwaltungsbeamte, Hofrichter, Notare) berufen. Als Gegenleistung wurden die Burgmänner mit Gütern belehnt und in den Adelsstand des niederen Landadels erhoben.

1562 befanden sich unter den zehn Burgmännern, die den Landtag der Grafschaft Tecklenburg bildeten, Johann Ledebur auf Langenbrück, Heinrich Lüninck zu Cappeln und Erich von Velpe. Rund 300 Jahre blieb das Gut im Besitz der Familie Velpe, bis es 1565 von dem oben genannten Erich von Velpe an Jürgen von Holle auf Haus Marck verkauft wurde.

Offensichtlich war Erich von Velpe völlig verarmt, denn sonst hätte er sicher nicht seinen Ritterstand mit der Stellung eines Vogts in Lengerich vertauscht. Als Erich von Velpe in den Ruhestand versetzt wurde, verringerten sich nicht nur seine Einkünfte, er musste auch seine Wohnung in Lengerich räumen. Durch Vermittlung des Grafen Arnold von Tecklenburg fand er Unterkunft und Unterstützung im Kloster Lotte-Osterberg. Der Grund lag wohl darin, dass Frau von Velpe eine geborene von Tecklenburg war, jedoch aus einer unebenbürtigen Linie stammte. Graf Arnold ordnete am 24. Oktober 1599 an, dass dem Erich von Velpe ein jährliches Kleidergeld in Höhe von sechs Talern zu zahlen sei. Darüber hinaus übernahm der Graf die Kosten für die Unterbringung im Kloster Lotte-Osterberg.

Nach dem Tode des verarmten Ritters wurde seine Witwe mit jährlich vier Gulden und zweieinhalb Schillinge unterstützt. Nach Jürgen von Holle wurden 1575 zunächst Heinrich und Bernhard von Kerssenbrock und 1590 Goswin von Münster Eigentümer von Haus Velpe. 1630 kaufte Conrad von Meyhers aus Ladbergen den Herrensitz. Über 100 Jahre blieb die Familie von Meyhers im Besitz des Gutes. Während dieser Zeit wurde ein neues Herrenhaus (Fachwerkbau) errichtet.

Das Tor von Gut Velpe in Westerkappeln Adolf Christian Heinrich von Meyhers (1673-1740) wurde 1714 Burgmann der Grafschaft Tecklenburg und vom preußischen König mit dem Gut neu belehnt. In dem Lehnsprotokoll heißt es unter anderem: " Das adelige Haus Velpe hat ein Wohnhaus, Bauhaus und Vorderhaus, welches mit einem Graben umgeben ist. "Adolf von Meyhers war mit Elisabeth Maria von Cubach (1681-1726) verheiratet. Eine Grabplatte unter dem Altar der Stadtkirche in Westerkappeln erinnert an dieses Ehepaar. Noch zu Lebzeiten der Meyhers äußerte die jüngste Tochter Eleonore den Wunsch, vom evangelischen zum katholischen Glauben zu wechseln. Es ist nicht bekannt, wo Eleonore mit den katholischen Glaubensgrundsätzen in Berührung gekommen ist, denn es gab damals in Westerkappeln keine katholische Kirchengemeinde und nur wenige gehörten dem katholischen Glauben an. Die Absicht Eleonores löste bei ihren Eltern einen Sturm der Entrüstung aus. Zunächst bemühten sich die örtlichen Prediger um das Seelenheil des Fräuleins. Als dies nicht fruchtete, schaltete sich die Obrigkeit in Tecklenburg ein. Doch Eleonore blieb standhaft. Die Sache landete schließlich bei der Regierung in Berlin und wurde dem König vorgelegt. Dieser verfügte die Vorladung der Adelstochter mit ihren Eltern nach Berlin. Ein Chronist berichtet über dieses Treffen: " In Berlin hat sie in Gegenwart des Königs mit den reformierten Predigern herum  diskutieren müssen, hat dabei den Sieg errungen und daraufhin die Erlaubnis erhalten, in das Benediktinerinnenkloster Gertrudenberg in Osnabrück einzutreten." Dort ist sie 1754 verstorben.

Da Adolf von Meyhers keinen männlichen Erben hinterlassen hatte, wurde Erbtochter Helene Charlotte Louise von Meyhers Eigentümerin von Haus Velpe.

Danach wechselten häufig die Besitzer:

  • 1785 Otto Adolf Grüter.
  • 1792 Friedrich Wilhelm Moritz von Siegroth.
  • 1801 Heinrich Dietrich Telée.
  • 1816 Feldwebel Diersmann.
  • 1820 Arnold Heinrich Meinertshagen.
  • 1850 Anna Katharina Meinertshagen (Tochter des Vorgenannten).
  • 1852 Rechnungsrat und Hauptmann Ludwig Müller
    (Ehemann der Anna Katharina Meinertshagen).

 

Dank der Bemühungen Müllers wurde 1856 der Bahnhof Velpe gebaut. Am 25. Januar 1879 wurde Velpe als Rittergut gelöscht. Die Zerstückelung des Gutes hatte vorher schon begonnen. Die Ländereien wurden an Jürgen Heinrich Oberste Hollenberg und die Gutsgebäude an Joachim Schulz verkauft.

1898 erwarb die Familie Echterhoff die Gutsanlage. Das marode ehemalige Herrenhaus wurde abgebrochen und durch das heutige Gebäude ersetzt. Von dem einst stolzen Rittersitz ist nur noch das um 1700 von den Meyhers errichtete Torhaus und ein Teil der alten Gräfte erhalten geblieben.

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