Auf den Spuren der Erd- und Menschheitsgeschichte
Geologie- und Klimaspaziergang führt vom Roten Berg über eine historische Tiefbohrung bis zu den Sloopsteinen
Westerkappeln. Welchen Einfluss hatte der natürliche Klimawandel auf unsere Landschaft und welche Schätze liegen tief im Boden der Region verborgen? Antworten auf diese Fragen erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines geführten Geologie- und Klimaspaziergangs rund um den Roten Berg und die Sloopsteine. Unter der fachkundigen Leitung von Dr. Wieland Wienkämper begab sich die Gruppe auf eine faszinierende Reise durch die Erd- und Menschheitsgeschichte.
Ausgangspunkt war der charakteristische rote Boden der Region, der auf Wüstenklima-Bedingungen mit Zechstein und Buntsandstein zurückgeht. Im Laufe der Geschichte lagerten sich zudem Schichten von Muschelkalk ab, die bis heute in lokalen Steinbrüchen sichtbar sind und historisch als Baumaterial – etwa für den Osnabrücker Dom – genutzt wurden. Während der letzten Eiszeit formten schließlich gewaltige Eismassen und Gletscher die Landschaft, schliffen Geländestrukturen ab und hinterließen Sand sowie Findlinge, aus denen unter anderem die Sloopsteine entstanden.
Ein besonderer Schwerpunkt der Führung galt dem historischen Bergbauversuch in Wersen. An einem Geländeplateau erläuterte Dr. Wienkämper die geschichtsträchtige Tiefbohrung aus den Jahren 1855 bis 1858. Auf der Suche nach Steinkohle und Salzlinsen drang man damals bis in eine Tiefe von 484 Metern vor. Eine Rekonstruktion veranschaulichte den enormen Arbeitsaufwand der damaligen Zeit: Ein 20 Meter hoher Holzturm wurde von 14 Arbeitern rund um die Uhr in zwei Zwölfstundenschichten über ein Tretrad angetrieben. Trotz der intensiven dreijährigen Arbeit musste die Bohrung letztlich ohne Kohlefund eingestellt werden. Um die historischen Abläufe anschaulich zu vermitteln, nutzte Wienkämper unter anderem mit Künstlicher Intelligenz erstellte Visualisierungen der Bohranlage.
Zum Abschluss des Spaziergangs richtete sich der Blick auf das Leben der Menschen in der Jungsteinzeit. Nachbildungen archäologischer Funde – darunter die Seester Vase, Kragenflaschen, geschliffene Steinbeile und Pfeilspitzen – vermittelten anschaulich, mit welchem handwerklichen Geschick die Menschen bereits vor Tausenden von Jahren ihren Alltag gestalteten und sich an ihre Umwelt anpassten.
Kontakt für Rückfragen:
Gemeinde Westerkappeln
FD 61 / Klimaanpassungsmanagement
Katherine Peschka Martinez
Telefon: 05404/887-165
Mail: katherine.peschka-martinez@westerkappeln.de
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