Grußwort zum Weihnachtsfest und zum Jahreswechsel
Veröffentlicht am:
24.12.2025
Persönliche Botschaft von Bürgermeister Niklas Schulte
Liebe Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Westerkappeln,
es gibt Lieder, die begleiten uns durch das Leben wie ein leiser Kompass. Für mich gehören in dieser Jahreszeit die Weihnachtslieder von Rolf Zuckowski dazu, die ich schon als Kind beim Plätzchenbacken mit meiner Oma gehört habe. Manche dieser Lieder haben eine besondere Kraft, uns daran zu erinnern, was Weihnachten im tiefsten Sinne bedeutet.
In diesem Jahr ist es vor allem das Lied „Wär uns der Himmel immer so nah“, das mich bewegt. Ein Lied voller Sanftheit, das davon erzählt, was möglich wäre, wenn wir Menschen einander mit offenem Herzen begegnen würden.
Gerade in dieser Adventszeit spüren viele, wie wertvoll solche Botschaften sind. Die Tage sind oft dicht gefüllt, das Jahr war für viele herausfordernd. Und doch gibt es diese Augenblicke, in denen die Welt stiller wird: Wenn wir abends durch die Straßen gehen und Lichter an den Fenstern wie kleine Sterne leuchten, wenn Musik einen Raum erfüllt und Erinnerungen wachruft, wenn wir Freunde und Verwandte begegnen, die uns wichtig sind, oder endlich wieder einen Menschen besuchen, den wir lange nicht gesehen haben.
Diese Momente sind wie kleine Lichtpunkte. Sie lassen den Himmel nah erscheinen. So, wie es das Lied beschreibt.
„Wär uns der Himmel immer so nah“ stellt eine einfache, aber kraftvolle Frage. Was wäre, wenn unsere Arme immer offen wären – nicht nur an Weihnachten, sondern an jedem Tag? Wenn wir bereit wären, einander zuzuhören, zu helfen und Verständnis zu zeigen?
Es erinnert uns daran, dass Hoffnung dort entsteht, wo Menschen einander Zuwendung schenken. Nicht durch große Gesten, sondern durch alltägliche Freundlichkeit. Vielleicht ist das eine der zentralen Botschaften dieses Festes: Der Himmel rückt näher, wenn wir ihn füreinander sichtbar machen.
Eine weitere Zeile des Liedes spricht davon, dass unsere Herzen weit werden müssten, damit Menschen die Kraft finden, nicht aufzugeben. Dieser Gedanke berührt in einer Zeit, in der viele Menschen nicht in Frieden leben können. Wir denken an jene, die in Kriegs- und Krisenregionen von Angst geprägt sind, an Familien auf der Flucht, an Menschen, die Hunger leiden oder hier bei uns mit großer Sorge um Angehörige leben. Ihnen gilt unsere aufrichtige Solidarität.
Doch Frieden ist nicht nur ein globales Thema. Frieden beginnt im Kleinen. In unseren Häusern, in unseren Familien, in unserer Sprache und in unserem täglichen Miteinander. Das Lied erinnert uns daran, dass Frieden nichts Selbstverständliches ist, sondern etwas, das wir lernen und jeden Tag neu einüben müssen.
In diesem Zusammenhang durfte ich in diesem Jahr etwas sehr Persönliches erleben: Ich bin erneut Vater geworden. Ein neugeborenes Kind im Arm zu halten, dieses kleine, warme Wesen, das ohne Vorbehalt vertraut, ist ein Moment, in dem der Himmel tatsächlich ganz nah erscheint. Kinder erinnern uns daran, dass Zukunft offen ist. Dass Frieden möglich bleibt. Und dass Verantwortung immer auch bedeutet, über den Moment hinauszudenken.
Für unsere Kinder und alle kommenden Generationen müssen wir Natur und Klima schützen, nachhaltig wirtschaften und achtsam mit Ressourcen umgehen. Verantwortung endet nicht an unserer Gemeindegrenze. Sie reicht weiter bis nach Europa, bis hin zu Ländern wie Namibia, bis zu allen Orten, die Teil unserer gemeinsamen, unserer einen und einzigartigen Welt sind.
Frieden und Demokratie gehören untrennbar zusammen. Beides lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen. Demokratie braucht Bürgerinnen und Bürger, die für sie einstehen. Auch das passt zur Botschaft des Liedes: Demokratie beruht auf offenen Herzen und offenen Armen, auf dem Mut zum Gespräch und auf dem Willen, Entscheidungen nicht nur für die Gegenwart, sondern für kommende Generationen zu treffen.
Für uns als Gemeinderat und Gemeindeverwaltung heißt das, mit Weitsicht zu handeln. Es bedeutet, tragfähige Entscheidungen zu treffen, die finanzielle Stabilität sichern, unsere Gebäude und Strukturen zukunftsfähig aufstellen und verantwortungsvoll mit den Ressourcen unserer Gemeinde umgehen. In Westerkappeln haben wir in den vergangenen Jahren wichtige Schritte unternommen, etwa in Bildung und Betreuung, beim Brandschutz, im Klimaschutz und bei der Infrastruktur. Zugleich stehen wir vor großen Aufgaben, insbesondere bei der Haushaltskonsolidierung und der klugen Weiterentwicklung unserer kommunalen Strukturen. Diese Herausforderungen gehen wir gemeinsam mit Augenmaß, Transparenz und dem Blick auf das, was unsere Gemeinde langfristig trägt, an.
Demokratie bleibt nur stark, wenn alle mithelfen, sie zu bewahren. Sie wird dort geschwächt, wo Ausgrenzung, Vereinfachung und Verächtlichmachung anderer zum politischen Prinzip werden. Haltungen, die demokratische Grundwerte infrage stellen, sind für unsere Gesellschaft nicht akzeptabel. Westerkappeln steht für Zusammenhalt, Respekt und Offenheit. Dafür tragen wir gemeinsam Verantwortung.
Liebe Westerkappelnerinnen und Westerkappelner,
zum Ende des Jahres danke ich allen, die sich für unsere Gemeinde engagieren – zum Beispiel in Kultur und Sport, in der Heimatpflege, in der Politik, in Kirchen, Vereinen sowie in den sozialen, karitativen und diakonischen Einrichtungen. Sie alle zeigen, dass Gemeinschaft nicht von selbst entsteht, sondern durch Menschen, die Verantwortung übernehmen und dort anpacken, wo sie gebraucht werden. Sie sind das Herz unserer Gemeinde.
Mein besonderer Dank gilt denjenigen, die auch an den Feiertagen für andere da sind. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, bei Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei. Ihr Einsatz schenkt Sicherheit, Zuversicht und Hoffnung.
Liebe Menschen in Westerkappeln,
in Rolf Zuckowskis Lied heißt es, dass der Lichterglanz nicht verblassen muss, auch wenn die Kerzen erlöschen. Was für ein schönes Bild für das, was Weihnachten uns mitgeben kann: Ein Licht, das bleibt.
Und so möchte ich Ihnen und Euch zum Jahresabschluss diese Hoffnung mitgeben:
Wenn wir miteinander leben, als wäre der Himmel immer ein wenig näher, wenn unsere Arme offen bleiben und unsere Herzen weit, dann können wir jeden Tag ein kleines Stück Weihnachten bewahren und weitergeben.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein fröhliches und gesegnetes Weihnachtsfest und ein hoffnungsvolles Jahr 2026. Vor allem wünsche ich Gesundheit, Kraft zum Gesundwerden und Frieden für unsere Welt.
Ihr
Niklas Schulte
Bürgermeister der Gemeinde Westerkappeln